Entstehungsgeschichte des BfSD

Den Grund warum es den BfSD gibt ist eine Person, die bereits in den 70er Jahren mit der Vision Sicherheit für alle Bürger, Personenschutz, Kampfsport und präventiver Arbeit im Bereich Selbstschutz all diese Punkte in einem Konzept Namens "DEFENSE & SECURITY" vereinte. Aber auch ein Nachfolger dieser Konzepte ist maßgeblich daran beteiligt. Mehr dazu später. Den Grundstein des Defense & Security legte Maitre Lucien V. Ott aus Frankreich.

 

Lucien Victor Ott wurde am 21. Dezember 1931 als Sohn von Victor Ott, einem Unteroffizier des 1er REC der französischen Fremdenlegion, in Algerien geboren.

 

Mit Beginn des Indo-China-Kriegs 1947 meldete sich Lucien Victor Ott freiwillig für den Dienst in französischen Sondereinsatzkräften. Zunächst diente er bei der “2. Demi-Brigade SAS”, später unter Colonel Bigeard beim “8. BCP”.

Nach harten Einsätzen überlebte er verwundet sowohl das Debakel von Dien-Bien-Phu im Jahr 1954, als auch die Gefangenschaft bei den Viet-Minh, aus der ihm die Flucht gelang.

 

Als Mitglied des “Deuxieme Bureau„ des französischen Militärnachrichtendienstes, wurde er 1956 damit beauftragt, die operativen Personenschutzmethoden zur Absicherung hochrangiger Militärs zu evaluieren – eine für sein weiteres Leben maßgebliche und wegweisende Aufgabe. Lucien Victor Ott’s sorgfältige Analyse ergab, dass die gängigen Methoden im internationalen Personenschutz inzwischen uneffektiv und veraltet waren.

 

Er entwickelte daraufhin 1957 eine pro-aktive Personenschutzmethode, die er wie schon erwähnt, ” Defense & Security ” nannte.

Da es bis dahin kein Forum für Personenschützer gab, gründete er 1957 die “International Bodyguard Association” (I.B.A.), mit der Ausrichtung, als “Ideenschmiede” für Personenschützer sowie als deren länderübergreifende Interessensvertretung zu fungieren.

Der Konflikt in Algerien stellte Lucien Victor Ott in den Bereichen Anti- und Counter-Terror vor neue Aufgaben, als er neben anderen Veteranen französischer Sondereinsatzkräfte auf der Höhe der O.A.S. (Organisation armée secrète) – Krise dazu auserwählt wurde, ein Personenschutzteam für Präsident Charles de Gaulle zu bilden.

 

Diese Personenschutzgruppe entstand unter dem Oberkommando von General Monsabert; ihre Mitglieder wurden aufgrund ihrer Körpergröße in der Öffentlichkeit unter dem Namen “Les Gorilles” bekannt, eine Bezeichnung, die über das hohe taktische Können hinwegtäuschte, das den Erfolg des Teams bedingte.

 

Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Militärdienst verstärkte Lucien Victor Ott seine Aktivitäten als Director General (DG) der I.B.A. Er erweiterte die Organisation stetig und baute einen beachtlichen Bestand an zertifizierten Mitgliedern auf.

 

Er wollte aber nicht nur die IBA aufbauen, sondern seiner entwickelten Kampfsportstilrichtung Kun-Tai-Ko ebenfalls den nötigen Anstoß geben. Hier war es aber nicht nur die Effektivität dieser Stilrichtung, sondern auch die Künste, die Philosophie und Ethik, die er einbringen wollte. Damit war KTK wie geschaffen für Personen, die sowohl die harte und kompromisslose Selbstverteidigung ohne Schnörkel und Pardon suchten, als auch für Anhänger der asiatischen Traditionen mit all seinen Verwurzelungen und Prinzipien. Warum nannte er seinen Stil gerade KTK, dessen Bedeutung „Mächtiger kleiner Körper“ war? Ganz einfach, es drückt den Grundgedanken von Lucien Victor Ott aus, sich in einer Notsituation auch mit einem schwachen Körper kräftig und effektiv zur Wehr setzen zu können. Bei KTK handelt es sich um eine Wortkombination, die nicht alleine japanisch ist. Es ist eine Mischung aus chinesisch und japanisch/okinawesisch. Dazu zog er das Wissen alter Chinesen zu Rate.

 

Die rein japanische Übersetzung wäre Jaku-Hai-Kyu. Er benutzte das Hexagramm Nr. 2 des Yin (gleichbedeutend mit Kun – weich) und das Hexagramm Nr. 28 DaGuo (über ein Ziel hinaus schießen – mit einer großen Kraft oder Willen).

 

1975 verlegte Major Ott seinen Lebensmittelpunkt nach Brüssel, und bildete dort in der “I.B.A. Defense and Security Academy ” in der Rue de l’Etoile Personenschützer aus.

 

Er legte die Qualitäts- und Managementstandards fest, die noch heute das Bild und die Vorgehensweise der I.B.A.bestimmen. Parallel dazu arbeitete Major Ott als Sicherheitsberater für Firmen und staatliche Stellen sowie als Einsatzleiter im Personenschutz.

Einen Teil seines Ruhestands verbrachte Major Ott in München a. d. Isar.

 

Beständige Abwesenheit von seiner Familie durch seinen Dienst führte zur Trennung mit anschließender Scheidung von seiner Frau und seinen zwei Kindern Veronique und Didier.

 

Lucien ging nach München wo er sich als Stuntman und Double versuchte. In München eröffnete er eine Schule für Stuntman und Laiendarsteller. Es dauerte jedoch nicht lange, bis Lucien als Bodyguard in die Welt des Showbiz einzog. Hinzu kam jetzt noch die enorme Nachfrage von Militärs- Polizei und Sicherheitseinheiten, die ihn als Ausbilder wollten. Mitte der siebziger Jahre ging er wieder zurück nach Brüssel, um dort seine neue Schule „Defence & Security’ in Uccle, zu eröffnen. Von dort aus hat er unter anderem die Königlich-Belgische Polizeiakademie ausgebildet und war sehr schnell bei allen anderen belgischen Militär- Sicherheits- Polizeieinheiten und Kampfsportvereinigungen bekannt und geachtet.

 

Während Lucien Ott in München war, hat er einen Club in einem kleinen Appartement im Gebiet um Schwabing eröffnet. Dort traf er auch seinen ersten Schüler, um ihm sein Wissen zu vermitteln. Sein Name war Walter Obermayer (später hat Obermayer den Namen seiner Frau – Smigielski übernommen). Von dort aus ist er öfter in die bayerischen Alpen gefahren. In Brannenburg nähe Rosenheim, eröffnete er in der Wendelstein Halle sein zweites Dojo in Deutschland. Nach etwas mehr als einem Jahr musste er Deutschland leider wieder verlassen, um nach Brüssel zu gehen. Er hinterließ zwei Schüler, die wie er, gerne gereist sind. Sie haben jede Chance genutzt mit Lucien in Brüssel zu trainieren, was nach sich zog, dass in den Jahren zwei Schwarzgurte reiften. Einer dieser Schwarzgurte hatte ab 1979 einen Beamten des Bundesgrenzschutzes, Alfred Kleinschwärzer, in seinen Reihen. Nach einer ersten Begegnung mit Maitre Ott war klar, dass für den Rosenheim der Weg (DO) gefunden war. Ott erkannte sehr schnell das Potential von Kleinschwärzer und lud ihn sehr oft nach Brüssel ein, um mit ihm bei Polizeien spezielle Ausbildungen im Defense & Security zu halten. Eine sehr respektvolle Freundschaft hat sich etabliert.

 

Ott wurde in den offiziellen Ausschuß der Direktoren der World Ju-Jutsu Federation mit der Funktion des Vizepräsidenten für Deutschland und des Präsidenten für Belgien gerufen. Sein letztes großes Sicherheitsprojekt war -bevor er 1990 verstarb – die Mitorganisation der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona / Spanien. Dort war er im Sicherheitsrat als Berater tätig.

Im Dezember 1989 wurde Lucien mit Krebs im letzten Stadium diagnostiziert und zum Erasmus Institut in Anderlecht, eingeliefert, wo er im Februar 1990 verstorben ist.. Es war der Wunsch von Lucien Ott, dass sich James G. Shortt um die Belange des KTK sowie der IBA kümmern sollte. Jedoch konnte James G. Shortt, der im Bereich IBA schon sehr in die Fußstapfen von Lucien war seiner Bitte der Leitung des KTK nicht nachkommen. So trat letztendlich 2012 Kleinschwärzer an diese Stelle. Er wurde von den Nachkommen Ott's und seinem besten Freund per Dekret schriftlich zum offiziellen Nachfolger für Ott ernannt. 

 

1986 entwickelte Kleinschwärzer ein Konzept für Frauenselbstverteidigung. Dieses hieß KISS (Keep it self Simple). Dieses Projekt wurde zusammen mit der Frauenbeauftragten des Poliizeipräsidiums Obberbayern, einem Dipl. Psychologen und mehrerer Polizeikollegen entwickelt. Nach vielen Unterrichtungen des KISS Projekts wurden Fernseh- und Radio Reportagen darüber erstellt. Im Jahre 2010 griff Kleinschwärzer die damalige Idee von Maitre Ott erneut auf und passte das Defense & Security System an die deutschen Gesetzmäßigkeiten an. Mit einem Startschuss auf der durch ihn gegründeten Kwon Academy war dieses Projekt mit Schwerpunkt auf Gewaltprävention sofort ein riesen Erfolg. 

 

2012 kam es zu einer Umbenennung von KISS zu Projekt EVA (Erkennen Verlangt Aktion). Auch hier war der Erfolg vorprogrammiert. Ein Projekt für Erasmus+ gab dem Rosenheimer wieder recht. Aber Stillstand ist Rückschritt, also ging es mit den Entwicklungen weiter und so entstand 2016 der Bundesfachverband für Sicherheit & Selbstverteidigung in Deutschland. Dieser soll Trainer in allen Bereichen der Sicherheit, Selbstschutz, Personenschutz und Prävention zu Top-Trainern ausbilden, um die Welt ein wenig sicherer zu machen. 

 

Kleinschwärzer ist mit der Grundlage Lucien Victor Ott's bereits als Ausbilder in Georgien, der Türkei, Schweiz, Liechtenstein, Österreich, dem Kosovo, Namibia, England, Irland und weiteren Ländern tätig gewesen. Einen Einblick in die Expertisen und das Leben von Freddy Kleinschwärzer (Polizeitrainer der Bundespolizeidirektion München) können Sie auch auf seiner privaten Seite nachlesen